Book Review: END - Elisabeth

10.08.2014 · ·

Stellt euch vor...Dass die euch umgebende Welt völlig erstarrt ist. Dass das Flüstern des Windes und das Murmeln des Regens in eine gnadenlose Monotonie verfallen sind.Dass die bleierne Stille als absolute Alleinherrscherin alles sie Umgebende bis zur Unkenntlichkeit auflöst...Dies ist mein Universum. Eine Welt, in der das Lied der Zeit aufgehört hat, seine Klagen anzustimmen.Eine blutleere Zeit, bar jeder Farben, wo die Geister und verlorenen Seelen endlich den Frieden in ihren zeitlosen und majestätischen Mausoleen finden...Ich bin 13 Jahre alt.Mein Name ist Elisabeth.Meine Haare sind weiß wie das Leben.Wenn ihr möchtet, könnt ihr mich treffen.Aber dafür müsst ihr sterben...


MEINE MEINUNG

Barbara Canepas und Anna Merlis Grapic Novel "END - Elisabeth" erzählt über die erst dreizehnjährige Elisabeth Weatherley, eine düstere und sehr mysteriöse Geschichte die dem Leser zu Beginn zeigt, wie sich das junge Mädchen Elisabeth auf ihrer eigenen Beerdigung wieder findet und nicht weiß wieso sie überhaupt tot ist und wie ihre jetzige Daseinsform zu begründen ist. Zwischen Tod und Leben gefangen verweilt sie an einem fast paradiesischen Ort voller Blumen und Pflanzen. Denn sie ist nicht wahrnehmbar für die Lebenden und bringt durch ihre Berührung mit den Händen den Tod, weshalb sie diese in Tüchern verborgen hält. Ihre einzigen Begleister sind Mischwesen in Form einer Katze, einer Fledermaus und einer Kröte. Doch auch an diesem Ort gibt es Wesen die nicht nur Gutes im Sinne haben, wie die Emphemeren. Was wollen sie und wieso sind sie hinter Elisabeth her?

Nicht nur der Leser interessiert sich für den plötzlichen Tod Elisabeths, sondern auch ihre Freundin Nora und einige andere Mädchen des Internates möchten dem Grund ihres Ablebens auf die Spur kommen. Daher schleichen sie sich - trotz Verbot - an den geheimnisvollen Ort ihres Todes. Dort hat Nora eine Begegnung welche in ihr noch mehr Fragen aufwirft. Zudem keimen immer mehr Gerüchte um die Familie Weatherley - besonders um Elisabeth ältere Schwester Dorothea - auf und auch der Verdacht des Verrates, lässt sich mehr und mehr nieder.

Besonders fallen bei diesem Buch die philosophische Texte die Elisabeth Gedankengänge darstellen einen zunächst verwirrenden Eindruck, denn sie passen nicht wirklich zu einem dreizehnjährigen Mädchen. Was aber keines Wegs die Lesefreude beeinträchtigt, denn sie passen meiner Meinung nach in die gesamte düstere Stimmung diese Geschichte ausdrückt. 

Im Widerspruch dieser, doch recht ungeklärten Handlung, stehen die Illustrationen. Weiche,detaillierte Zeichnungen, die die Figuren in ein Licht der Verletzlichkeit hinstellt und keine harten Konturen aufweist. Auch durch ihre großen Augen, die jede Emotion und Regung wiederspiegelt, verleiht jedem einzelnen Lebendigkeit. Genauso wunderschön wie grotesk wirken die Bauwerke und  der "Goldene Käfig" , welche die Seiten und Szenen füllen. Gehalten wird diese Stimmung in einem weichen grünlich-blauen Ton, der den Tod und die vielen Geheimnisse beherbergt. 

END Elisabeth ist der Beginn einer faszinierend traurig-düsteren Geschichte, die in drei Bänden erzählt wird. Neben den zarten Zeichnungen und poetischen Texten wird das Interesse des Lesers geweckt und entführen ihn in eine andere Welt, voller Mysterien. 


❶ ❷ ❸ ❹ 


E.N.D Elisabeth
Barbara Canepa
Splitter
Gebundene Ausgabe, Spotlack
23. August 2013
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