Book Review: Ich fürchte mich nicht

13. August 2014


Ihr Leben lang war Juliette einsam, eine Ausgestoßene – ein Monster. Ihre Berührung ist tödlich, man fürchtet sie, hat sie weggesperrt. Bis die Machthaber einer fast zerstörten Welt sich ihrer als Waffe bedienen möchten. Doch Juliette beschließt zu kämpfen – gegen die, die sie gefangen halten, gegen sich selbst, das Dunkel in ihr. An ihrer Seite ein Mann, zu dem sie sich unaufhaltsam hingezogen fühlt. Ihn zu berühren ist ihr sehnlichster Wunsch – und ihre größte Furcht ...

MEINE MEINUNG

Die siebzehnjährige Juliette die sich in Isolationshaft befindet. Schon seit Geburt an beherrscht sie eine Gabe, die sie in den Augen anderer zu einem Freak macht. Denn niemand kann sie berühren ohne furchtbare Schmerzen zu erleiden und dann zu sterben. Für immer von der Außenwelt abgeschottet fristet sie seit 264 Tagen ihr Dasein in einer kleinen Zelle, bis plötzlich ein fremder junger Mann zu ihr in die Zelle gesperrt wird. Von da an verändert sich ihr Leben schlagartig. Mit einem mal kommt er Juliette doch bekannt vor und sie glaubt ihn von früher zu kennen. Nur zögerlich fasst sie vertrauen zu dem jungen Mann der sich Adam nennt. 

Doch schon bald muss sie feststellen, dass Adam ihr Vertrauen missbraucht und zu den Soldaten der Regierung gehört. Adam hat den Auftrag sich ihr Vertrauen zu erschleichen und sie somit an Warner auszuliefern. Warner hat indes große Pläne mit Juliette. Mit ihrer Hilfe will er die von Chaos und Krieg zerstörte Welt untertan machen und die Rebellenclans endgültig vernichten.

Doch Juliette, die sich selbst für ein Monster und sich wegen ihrer Fähigkeiten hasst, wehrt sich gegen ihn und seine Pläne. Dabei klammert sie sich an Adam und ihre aufkeimende Liebe füreinander, da sie schnell feststellt, das er nicht der ist, für den er sich ausgegeben hat und eigentlich zu den Rebellen gehört. Doch auch gegen die Faszination die Werner auf sie ausübt kann sie sich nicht gänzlich entziehen.

"Ich fürchte mich nicht" ist das Erstlingswerk von Thereh Mafi. Mit Juliette hat sie sich eine Protagonistin geschaffen die auf außergewöhnliche Art und Wiese ihre Geschichte und ihre Erlebnisse erzählt, wie sie mit ihrer Gabe oder wie sie es bezeichnet ihr Fluch um geht. Schon zu Beginn wird einem klar, wie schwer Juliette es von Anfang an hatte und das Leben als Ausgestoßene und Verachtung sie zu einem gebrochenen Menschen - jeglicher Zuneigung, Liebe entzogen - wurde. Zudem hat sie die lange Zeit in Isolationshaft apathisch werden und jeglichem Bewusstsein für Traum und Realität verlieren lassen. Dies zeigt sich durch die durchgestrichenen Sätze und Wörter, meist Empfindungen die sie nicht wahrhaben bzw. aussprechen will und so ihre innerliche Zerrissenheit verdeutlicht.

Durch das Auftauchen von Adam ändert sich jedoch alles schlagartig, denn plötzlich - und durch die lange Einsamkeit - brechen ungeahnte Gefühle in ihr aus und sie nimmt alles viel intensiver wahr.Was besonders in diesem Buch hervorsticht, sind die vielen Metaphern, welche die Autorin in ihrem Schreibstil. Schien Juliette zunächst noch als emotionsloses Freak, so entwickelt sie sich von Kapitel zu Kapitel jungen Frau die erst noch lernen muss mit allem klar zu kommen. Schock und Angst kommen für sie körperlichen Schmerzen gleich. Das ganze Buch schickt den Leser auf eine Achterbahn der Gefühle. Berauschend und doch erdrückend. 

Wie schon erwähnt verwendet Frau Mafi einige Methapern, die die Story zu einem Erlebnis der etwas anderen Art macht. Denn zuvor hatte ich bisher noch in keinem Buch Protagonisten, die wie Juliette anfangs schwach und labil erscheinen und mit fortschreiten der Storyline einen regelrechten Wandel vollziehen. Trotz einiger vieler Wendungen kann der Leser meiner Meinung nach die Handlung gut verstehen und mitverfolgen. Was bisher dennoch nicht klar erscheind und weiterhin im Schatten verborgen bleibt, ist die Tatsache, weshalb eigentlich die Welt in Chaos versinkt. Dies und anderes wirft Fragen auf, auf die ich bis jetzt noch keine Antwort erhalten habe.

Insgesamt ist "Ich fürchte mich nicht" ein wohl außergewöhnlicher Roman. Nicht zuletzt durch eine Protagonistin, die durch ihre Einsamkeit und Verletzlichkeit herausstricht. Doch auch die anderen Charakter , wie z.B. der psychopatische Warner - der es auf Juliette abgesehen hat - üben einen gewissen Reiz aus und wecken ein Interesse, welches hoffentlich im nächsten Band gestillt wird. Darüberhinaus bahnt sich auch hier eine zarte Liebesgeschichte zwischen Adam und Juliette an, die diesem Buch eine konstante gibt.

"Ich fürchte mich nicht" ist ein interessantes Debut, welches den Leser auf eine Emotionale Achterbahnfahrt mitnimmt. 

❶ ❷ ❸ ➃ ➄

Ich fürchte mich nicht
Tahereh Mafi
Goldmann
Taschenbuch
21. Juli 2014

Kommentare:

  1. Ich liebe die "Shatter Me"-Reihe, muss aber sagen, dass der zweite Band ein bisschen Durchhänger war. Der letzte ist aber so unglaublich gut gewesen ... Gott, lies bloß schnell weiter xD

    Bin auch gerade erst auf Deinen Blog gestoßen und hab mich ernsthaft gefragt, warum ich den vorher noch nicht kannte xD

    Alles Liebe,
    Caro

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    1. Ich warte bis die Taschenbuch Ausgabe draußen ist. Ich will ja auch wissen wie es weitergeht ;)
      Naja, bei der Fülle an Bücherblogs ist das ja auch kein Wunder, wenn man nicht jeden kennt :) freut mich aber, dass Du hier her gefunden hast.

      Grüße zurück ^^

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