Until Dawn - Teenie-Horror-Game oder 100 Wegen ins Gras zu beißen

19. Februar 2016


Die Story in Until Dawn ist recht schnell erklärt: Acht Freunde verbringen das Wochenende in der schicken Waldhütte Blackwood Pines. Das Jahr zuvor sind unter merkwürdigen Umständen die Zwillinge Hannah und Beth in den Bergen ums Leben gekommen, ihr Bruder Josh lädt zur Trauerbewältigung die übrige Truppe ein um gemeinsam ein Feuchtfröhliches-Wochenende in der Abgeschiedenheit zu veranstalten. Doch was bis dahin keiner Ahnt, dass nicht nur ein ominöser Psychopath sein böses Spiel mit jedem Einzelnen von ihnen treibt, sondern auch finstere Wesen, die nichts gutes im Sinn haben.

Until Dawn ist so eine Sache für sich. Die Stimmung die das Spiel vermittelt ist so eine Mischung aus Düsternis und Sex-Drugs and Rock 'n' Roll, obwohl hier weniger Rock 'n' Roll vorhanden ist, sondern mehr Gemetzel. Zudem mit Charakter, bei dem man wahrlich sagen kann, dass sie wirklich die typischen amerikanischen Film-Teenager-Klischees erfüllen. Man hat den Sportler, das beliebte Mädchen der Schule, die Abschlussball-Queen, den Herzensbrecher (der mal mit der Einen und mal mit der Anderen was am laufen hatte) , der Nerd, das Sweet-Heart-Girl, die die immer mit allen auskommt und zu guter letzt der beste Freund des Nerds. Schmeißt man also all diese Figuren in einen Topf so kommt ein Game wie Until Dawn dabei heraus, verpackt man das Ganze auch noch in ein unheimliches Setting und gibt ein paar Geheimnisse dazu, wird es zu einem Spiel, dass den Spieler nicht nur auf einen Trip mit gut platzierten scary Moments und vor Quicktime Events gespickten Spielspaß entführ, sondern man sich auch hin und wieder wünsch, dass die ein oder andere Person den Morgen nicht überlebt.

Until Dawn wäre nicht Until Dawn, wenn der Spaß darin läge, die Freunde nicht ein bisschen zu piesacken. Dennoch sollte man vorsichtig sein, wie man spielt. Denn wie es im Moment sehr beliebt bei Spielen ist, wird jede Handlung oder jede Entscheidung die der Spiele trifft, Auswirkungen auf den Spielverlauf haben. ( Beyond Two Souls, Bioshock, Life is Strange) Bestes Beispiel ist ihr eine Scene, bei der Ashley und Chris an Stühle gefesselt sind und man entscheiden muss, wer nun das Zeitliche segnen soll. Entscheidet man sich in diesem Moment, (da ihr Chris spielt und er für Ashley schwärmt) dafür, das man lieber sein eigenes Leben rettet, anstatt den Helden zu spielen wird sich dies im späteren Verlauf an euch rächen und ihr seid nicht nur ein paar Zentimeter eurer Haare los. 

Ihr habt es also in eurer Hand, ob ihr alle bis zum Morgen überleben oder alle über die Klinge springen lasst. Oder aber ihr seit so human und nur eine Handvoll derjenigen am leben, die ihr sympatisch findet. Eins sei gewiss, es macht tierischen Spaß, die vielen verschiedenen Tode einmal durch zuspielen. Storymäßig ist der ganze Spaß nicht wirklich fordernd, dennoch spannend und man kann sich nach und nach ein Bild der ganzen Situation um den mysteriösen Tod der Zwillinge machen, welcher nur die Spitze des Eisbergs ist, denn es haben sich weitere tragische Ereignisse in den Bergen ereignet, bei dem verschwundene Minenarbeiter, ein Sanatorium und ein geheimnisvoller Man eine wichtige Rolle spielen und den acht Freunden übel mitspielen. 

Ich fand Until Dawn gut, hin und wieder gab es Situationen bei den ich mehr als einmal die Hand gegen die Stirn geschlagen und dabei gedacht habe, so hohl kann man doch nicht sein. Also wer hier Intelligenz such, der muss was anderes Spielen. Über die Handlung lässt sich streiten, aber im Gesamtbild hat sie dazugepasst und auch dem Ganzen eine eigene Atmosphäre verpasst. Nun ja...hat man sich dazu entschlossen alle Charakter überleben zu lassen, muss man sich anstrengen, denn es soll sich als recht schwierig gestalten alle weitestgehend unbeschadet aus den Fängen des Bösen zu befreien, besonders bei Jessica (die eine eigene Trophäe für ihr überleben bekommen hat) muss man alle Quicktime-Events meistern und schnellstmöglich bei ihr sein, sonst wird sie das erste Opfer. Wo wir gerade bei Trophäen sind, so gibt es auch bei Until Dawn viele die man freischalten kann, es lohnt sich also einmal böse zu sein und einer nach dem Anderen über die Klinge springen zu lassen. Vor allem, da die Charakter, auf so unterschiedliche Art von dannen gehen können. (Mir persönlich hat diese Spielweise mehr Spaß gemacht *hihi*) Aber auch Sammelbares gibt es hier zu hauf. Sei es nun über die Minenarbeiter, den Psychopathen oder den Zwillingen, man muss schon sehr genau aufpassen und vielleicht sogar mehr als ein Durchlauf des Spiels ist dafür nötig um auch wirklich alles zu finden (ich musste es viermal durchzocken und konnte nach einer Weile nicht mehr das Geschrei anhören, welches die vier Damen im Spiel so von sich gegeben haben), einige Sachen waren so gut versteckt, dass ich im Internet nach der Lösung suchen musst und selbst dadurch nicht alles auf Anhieb gefunden habe. 

Im Großen und Ganzen ist Until Dawn ein Spielspaß, bei dem man getrost sein Hirn abschalten, sich auf ein Abenteuer einstellen und man seine kleinen inneren Psychopathen freien lauf lassen kann. Wer sich nicht an Blut, Gedärmen und sonstigem gestört fühlt, der wird hier mehr als bedient. Ich hab es lustig gefunden und kann auch sagen, dass ich alle Trophäen ergattern konnte und somit für das Spiel die Platin-Trophäe einheimsen. Trotzdem muss ich sagen, dass ich es im Moment nicht mehr zocken will, da ich nach dem ganzen herumgesuche die Lust darauf erst einmal verloren habe. Tja...es hat Spaß gemacht und ich kann es jedem empfehlen der einmal Lust auf ein solches Spielerlebnis hat. Gelungen finde ich das Motion Capture, da die Personen sehr real rüberkommen, besonders bei den Cutscenes. Kleines Manko ist die Steuerung und die Kameraperspektiven, an die man sich erst gewöhnen muss, aber ansonsten ist es ein gelungenes Game. 

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