Zwischen Under the Dome und den Tributen von Panem - Die Verratenen

05.05.2016 · ·
Vertraue niemandem. Denn jemand will deinen Tod. Es könnte jeder sein. Eine Welt, die perfekt und gerecht erscheint. Sechs Studenten, die dachten, sie kennen die Wahrheit. Doch plötzlich sind sie auf der Flucht, verraten, verfolgt und dem Schicksal ausgeliefert.

Mein aller erster Roman von Ursula Poznanski und ich würde nicht gerade behaupten, dass es mich aus den Socken gehauen hat. Ich bin zwar ein Fan von Dystopien und Post-Apokalyptischen Szenaren, dennoch hat mir bei diesem Buch irgendwie der Nervenkitzel gefehlt. Auch die Protagonistin Ria konnte da nicht viel mehr ändern. Dennoch lässt sich an der Idee und der Umsetzung nichts großartiges bemängeln. Der Schreibstil ist leicht und flüssig, sodass man sich in die Geschichte hineinversetzen und auch ohne große Probleme folgen kann. Der Leser lernt zahlreiche Charakter kennen, die genauso wie Ria studieren, lernen und versuchen, außerhalb des Schutzes, wieder die Umwelt soweit zu verstehen und zu ''humanisieren'' dass ein Leben dort möglich ist. Großgezogen und in dem Glauben, dass ihr System und die Regierung unfehlbar sind, werden die Studenten dafür ausgebildet wichtige Funktionen zu übernehmen und ihrer Gesellschaft dienlich zu sein.

Eine große Wendung gibt es aber dennoch, nämlich als Ria eine Unterhaltung mitbekommt, die nicht für ihre Ohren bestimmt ist und nicht nur alles woran sie glaubt, sondern auch ihre Zukunft verändern wird. Gemeinsam mit anderen Studenten macht sie sich auf den Weg, um den Präsidenten zu treffen. Doch es kommt zu einem Zwischenfall und sie müssen fliehen. Ahnungs- und Hilflos sind sie der Umwelt außerhalb der Kuppel ausgeliefert. Immer tiefer wird das Gefühl in der Falle zu sitzen, die Stimmung wird bedrückender und immer in dem Glauben, dass sie verfolgt und geschnappt werden, müssen sie ihren Widersachern einen Schritt voraus sein.

Klingt komisch aber ich fand genau dieses Szenario und die beklemmende Stimmung und die Ungewissheit, dass man nicht weiß wie es weiter gehen wird spannend. Nacktes Überleben und immer die Gefahr im Nacken und Figuren, deren Handlung man nicht wirklich vorausahnen kann und wie diese gefürchteten Wilden sogenannte Prims, ticken und sich verhalten. Hatte man unter der Kuppel noch Struktur und glaubte sich in Sicherheit, lernt man ''draußen'' eine andere Welt kennen, die im ersten Moment noch wild und unberechenbar erscheint. Wenn man einen genaueren Blick riskiert und längere Zeit in ihr verbringt, mehr Menschlichkeit, gemeinsames Miteinander und Sicherheit bietet als man glaubt.

Ich merke gerade, dass dieses Buch mich zwiegespalten hat. Zum einen fand ich, dass etwas gefehlt hat, aber nicht wirklich benennen kann. Vielleicht lag es daran, dass mir die Dynamik und unerwartete Wendungen gefehlt haben. Trotzdem einige Passagen interessant und unterhaltsam waren. Wie es halt immer so ist, ist die Regierung nicht immer das sind was sie zu sein scheint und in einer Perfekt geglaubten Welt, Betrug und Verrat eine gewisse Rolle spielen. Was auch wenn man darüber nachdenkt eigentlich auch ziemlich typisch und vorhersehbar ist.

Im Nachhinein würde ich schon gerne wissen, wie es Ria und ihren Freunden ergeht. Was mit den Prims und ihrer unfreiwilligen Flucht vor ihrer Regierung und wie diese Geschichte enden wird. Viel ist geschehen und einiges haben sie noch gewiss vor sich und ihre Reise wird bestimmt noch einiges von ihnen abverlangen.

❶ ❷ ❸ ➃ ➄

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