Book Review: Delirium

21.05.2014 · ·

Früher, in den dunklen Zeiten, wussten die Leute nicht, dass die Liebe tödlich ist. Sie strebten sogar danach, sich zu verlieben. Heute und in Lenas Welt ist Amor Deliria Nervosa als schlimme Krankheit identifiziert worden. Doch die Wissenschaftler haben ein Mittel dagegen gefunden. Auch Lena steht dieser kleine Eingriff bevor, kurz vor ihrem 18. Geburtstag. Danach wird sie geheilt sein. Sie wird sich nicht verlieben. Niemals. Aber dann lernt sie Alex kennen. Und kann einfach nicht mehr glauben, dass das, was sie in seiner Anwesenheit spürt, schlecht sein soll.


MEINE MEINUNG

Ich hatte schon viel von dieser Reihe gehört und gelesen, war auch dementsprechend neugierig auf diese Trilogie und wurde auch nicht enttäuscht, zumal es doch recht schwer war sich nicht voreingenommen heranzuwagen. 

In dieser Zukunft gilt "amor deliria nervosa" bzw. Liebe als Krankheit.. Denn diese "Krankheit" ist- laut Regierung- der Grund, warum es Schlechtes auf der Welt gibt oder Menschen Selbstmord begehen. Lange hat man vergebens nach einem Heilmittel gesucht. Mittlerweile gibt es eine Methode die vor diese schwerwiegende Krankheit schützt und dem sich jeder mit eintreten des 18. Lebensjahres unterziehen muss: Eine Operation, bei der die Regionen voneinander getrennt werden die für Liebe, Zuneigung und Leidenschaft verantwortlich sind.

Die Hauptprotagonistin in "Delirium" ist die 17- Jährige Magdalena, kurz Lena, die schon auf darauf hinfiebert und jeden Tag zählt, die sie vor der Rettenden Operation trennt. Denn sie weiß genau, was Amor Deliria Nervosa aus einem Menschen machen und was sie anrichtet. Denn ihre Mutter brachte sich selbst um, auch eine dritte Operation der sie sich unterzog, schlug fehl.  Ihre Cousine bekam durch Liebeskummer einen Herzanfall der sie tötete. Als Lena an ihrer Evaluierung auf einen Jungen trifft ist es um sie geschehen und das Schicksal nimmt seinen Lauf...

Ich hatte bisher noch kein solches Buch in den Händen, in dem Liebe als Krankheit angesehen wird und nur durch eine rettende Op am Gehirn man davon befreit wird. Die Autorin hat sich damit eine Geschichte ausgedacht die in mir zwiespältige Gefühle hervorriefen und es noch immer tun, denn ich habe noch Pandenorium und Requiem vor mir und ehrlich gesagt mit graut vor dem Ende. Zum einen hatte ich das Gefühl WOW und zum anderen war ich hin und wieder verwirrt, doch trotzdem hat mich das Buch von Anfang bis zur letzten Seite gefesselt. Auch der Schreibstil der Autorin war flüssig und die Seiten sind regelrecht nur so dahin geflogen.

Die Idee, die dahinter steckt ist spannend und gleichzeitig traurig. Denn eine Gesellschaft in der Liebe viel mehr als Fluch und abstoßend angesehen, als etwas schönes kann ich mir nicht vorstellen...obwohl wenn ich länger darüber nachdenke ist es doch nicht so abwegig. Seine wir mal ehrlich, wie oft wurde einem schon das Herz wegen einer verlorenen Liebe gebrochen? Wie oft wünschte man sich einfach nur dieses schmerzende Gefühl loszuwerden? 

Nun ja, bereits in den ersten Kapitelt - die immer von einem Auszug aus dem Buch "Psst" eingeleitet werden, die einen kleinen Einblick in die dortige Gesellschaft geben - hatte mich Delirium in seinem Bann. Mit Lena dennoch tat ich mich anfangs recht schwer - wobei ich nicht sagen kann wieso. Was mir auch noch auffiel ist, dass die Autorin die Welt um Lena und ihren Freunden hinsichtlich der Krankheit mehr beschrieb und nicht auf die Entwicklungen der vergangenen Jahre oder der Technik- und Wirtschaftslage der dortigen Zeit eingegangen ist. 

Nichtsdestotrotz, die Storyline und die Figuren in diesem Buch haben mir gefallen und ich hatte Spaß daran es zu lesen. Auch die Nebencharakter wie Lena's beste Freundin Hana, die ein rebellisches Verhalten an den Tag legt, das sie nie für möglich gehalten hätte oder den mysteriösen Alex. Was soll ich zu ihm sagen. Kaum trifft ein Mädchen auf einen Jungen, ist die Welt nicht mehr so wie sie war, so ergeht es auch Lena. Die Begegnung mit Alex ist für das junge Mädchen wie ein Aufwachen, sie beginnt sich immer häufiger und mehr Frage zustellen: Ist das System wirklich hilfreich? Oder ist Liebe wirklich eine Krankheit, die ausgerottet werden sollte? Warum ist Musik verboten? Wieso darf man sich seinen zukünftigen Partner nicht selbst aussuchen? Ist es wirklich schlimm, sich mit Jungen zu unterhalten, mit denen man sich gut versteht?

Was mir auch noch gut gefallen hat und mir ein leichtes lächeln auf die Lippen gezaubert hat war, dass Lena trotz ihrer leisen Widerstände immer wieder in ihr altes Verhalten zurückkehrt, die sie nur schwer ablegen kann und sie zum Charakter machen, mit der man - hat man sich einmal darauf eingelassen - hoffen, bangen und mitfiebern kann. Mit Nebenfiguren hat Lauren Oliver sich zurück gehalten, was mir besser gefällt, als wenn man 30 Personen voneinander unterscheiden soll und man hinterher nicht mehr weiß, wer wer war. Zum einen hätten wir Hana (wie oben schon erwähnt), Lena's Familie und den geheimnisvollen Alex. Der Junge mit den Herbstlaubhaaren, der, der ihr Dinge zeigt, von denen sie nie erwartet hätte, sie jemals zu sehen bzw. zu erleben. Zu letzt wäre auch dar die allgegenwärtige Regierung, die wir zwar nie selbst zu sehen bekommen doch in Form von Geschlechtertrennung, Ausgangssperre, Zensur und Kontrolle ihre Macht demonstrieren. 

Was wäre eine Welt ohne Liebe, ohne Zärtlichkeit oder der Hoffnung eines Tages sein Leben mit jemanden zu teilen? Dies und alles lässt uns die Autorin in "Delirium" erfahren. Für mich war es ein spannender Auftakt diese Reise und all diese Fragen mit Lena zu-  und weiter erleben. Um nicht alles zu verraten werde ich an dieser Stelle meine Rezension beenden. Ich bin jedenfalls gespannt, wie die beiden Folgebände werden.

Eine wunderbare Geschichte, bei der man sich selbst auch Fragen stellt. Charakter die man Augenblicklich ins Herz schließt und einer Handlung die von Seite zu Seite spannender wird und ein Ende beschert, das man so nicht erwartet hätte. 


Delirium
Lauren Oliver
Carlsen
Gebundene Ausgabe
26. Oktober 2011
Leseprobe | Amazon | Verlag

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