Book Review: INCARCERON FLIEHEN HEIßT STERBEN

21.10.2014 · ·

Sein Körper ist gefangen, doch sein Herz ist frei - Incarceron ist ein gewaltiges Gefängnis. Sein Inneres besteht aus gigantischen Metallwäldern, verfallenen Städten und endlosen Weiten. An diesem Ort gibt es weder Freundschaft noch Vertrauen – und es gibt keine Hoffnung auf Entkommen. Doch der junge Häftling Finn hat eine Verbindung zur Welt außerhalb, zu Claudia, der Tochter des Gefängnishüters. Sie ist Finns einzige Chance, aus Incarceron auszubrechen, und er wiederum ist Claudias letzte Hoffnung, dem goldenen Käfig ihres eigenen Lebens zu entfliehen. Doch Finns und Claudias größter Feind ist Incarceron selbst, das seine Insassen wie ein hungriges Raubtier belauert. Denn dieses Gefängnis lebt ...

MEINE MEINUNG

Über Incarceron eine Rezension zu schreibe ist recht schwer, denn es ist nicht nur eine fantastisch Be- und geschriebene Geschichte die recht komplex ist. Sie wird aus der zwei Perspektiven geschrieben und passt somit wirklich gut. Einmal erleben wir hautnah das Gefängnis Incarceron, hart und brutal aus der Sichtweise des jungen Finn, der, wie man später herausfinden wird eine weitaus wichtiger Rolle zu spielen hat (aber was es ist müsst ihr schon selbst lesen) und einmal aus der Sicht Claudias, die in einer ganz anderen Welt lebt, umgeben von Glanz,Prunk und Reichtum.

Beide Welten könnten nicht unterschiedlicher sein, doch beide verbindet ein Geheimnis das so unglaublich und unwirklich erscheint, dass es kaum zu glauben ist. Eine faszinieren Geschichte um Vertrauen, Zuversicht, Freundschaft und Intrigen.Ein Buch, das nur so vor Details und Ideenreichtum strotzt, dass sie zum teil verwirrend und außergewöhnlich zu lesen ist. Wobei man hier nicht umher kommt und das Gefängnis Incarceron selbst als eine Art Individuum, welches selbst denkend und handelnd agiert, ansehen sollte. Das seine Insassen bewacht und als seine Kinder bezeichnet und es keinen Ausweg zu geben scheint. Einst als Paradies gedacht, erleben die Menschen die darin leben jeden Tag auf's neue die Hölle. Keine Versorgung, kein Sonnenlicht, Mord und Raub stehen an der Tagesordnung. 

Unter ihnen der junge Finn, der keinerlei Erinnerung an seine Kindheit besitzt und von ungewöhnlichen und quälenden Visionen heimgesucht wird. Zusammen mit seinem Eidbruder Keiro und dem Sapienten Gildas versucht er einen Ausweg aus der schier endlosen Gefangenschaft zu entfliehen.

Außerhalb des Gefängnisses erlebt man jedoch eine Welt die ein so krasser Kontrast zu Incarceron ist, kaum vorstellbar. In dieser Welt lebt Claudia, Tochter des Hüters von Incarceron. Somit privilegiert und behütet aufgewachsen mit nur einem Ziel, Gemahlin des Thronerbens zu werden und über ein Reich zu regieren das eigentlich recht fortschrittlich und über die neueste Technik verfügen könnte, gäbe es nicht ein Protokoll (leider nicht näher beschrieben) welches dies verhindert und die Menschen leben müssen wie in vergangenen Zeiten. Doch sie rebelliert und versucht dabei hinter die Geheimnisse ihres Vaters und dem Gefängnis zu kommen. Dabei trifft sie nicht nur auf noch mehr Fragen, sondern erhält auch eine Möglichkeit mit Finn in Kontakt zu treten.

Figuren sowie Handlung und unerwartete Wendungen haben Incarceron - Fliehen heißt sterben für mich zu ein außergewöhnliches Buch gemacht. Obwohl einige Passagen recht schnell und teilweise verwirrend dargestellt wurden, konnte ich der Handlung folgen und war auch dementsprechend überrascht über das Ende, den zu Anfang konnte ich mir nur hin und wieder vorstellen wie es wohl enden könnte. Die Charakter sind nicht wirklich zu durchschauen, was ich persönlich an diesem Buch interessant und gut fand, denn so blieben sie ,und tun es immer noch, in Erinnerung. 

Des weiteren wird in Incarceron selbst eine so düstere Atmosphäre beschrieben, die sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch zieht und einen gefangen nimmt. Spannung war von der ersten bis zur letzten Seite vorhanden. Der Schreibstil der Autorin war für mich zwar flüssig zu lesen, dennoch musste ich an manchen Stellen wiederholt über das Geschriebene lesen, weil ich das Gefühl hatte etwas verpasst zu haben. Trotz dieser Tatsache, konnte ich mir bildhaft vorstellen in welcher Welt sowohl Finn als auch Claudia leben. Manch einer der das Buch gelesen hat, wird wohl sagen, das nicht viel Spannung aufgekommen sei, aber für mich hatte es an den richtigen Stellen und in der richtigen Portion Spannung erzeugt. Besonders da ein Cliffhanger zum Schluss kam und ich wirklich wissen will, wie es letztlich Endet.

Eine fantastische Reise in eine Welt, die unglaublicher und so fantastisch erscheint, wie es kaum zu glauben ist. Charakter die durch ihren Schmerz und Verletzlichkeit einen Berühren können. Eine Geschichte mit einem unerwarteten Tiefgang und viel liebe zum Detail. Damit hat Catherine Fisher ein Buch geschaffen, das sowohl Für- als auch Gegensprecher finden wird und dies auch soweit mit bekannt ist getan hat. 


Incarceron - Fliehen heißt sterben 
Catherine Fischer
Taschenbuch
21. April 2014

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