Rezension - Wie Monde so silber - die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen

13.03.2016 · ·

Cinder lebt bei ihrer Stiefmutter und ihren zwei Stiefschwestern, arbeitet als Mechanikerin und versucht gegen alle Widerstände, sich nicht unterkriegen zu lassen. Als eines Tages in unauffälliger Kleidung niemand anderes als Prinz Kai an ihrem Marktstand auftaucht, wirft das unzählige Fragen auf: Warum braucht Kai ihre Hilfe? Und was hat es mit dem plötzlichen Besuch der Königin von Luna auf sich, die den Prinzen unbedingt heiraten will? Die Ereignisse überschlagen sich, bis sie während des großen Balls, auf den Cinder sich einschmuggelt, ihren Höhepunkt finden. Und diesmal wird Cinder mehr verlieren als nur ihren Schuh …

Ja was soll man denn noch großartig zu dieser Buchreihe sagen?! Sie ist einfach toll. Beginnen wird doch einfach mit Cinder. Cinder war für mich als Protagonistin überzeugend ausgewählt. Sie ist nicht wie das stereotypische Mädchen, dass gleich beim Anblick eines attraktiven Mannes in Ohnmacht fällt, mal abgesehen von der kleinen Schwärmerei die ab und an ans Tageslicht kommt. Sie versucht, trotz der Tatsache, dass ihre Stiefmutter und ihre Schwerster ihr das Leben zu Hölle machen und auch keine Gelegenheit auslassen, das Beste aus ihrem Leben zu machen. Ja ich sage Schwester und nicht Schwestern, denn Peony und Iko (bei Iko musste ich wirklich herzhaft lachen, denn sie war für mich einer der Highlights im Buch), sind sie die Einzigen, die sie nicht wie Abfall behandeln und herzlich mit ihr umgehen und sie so lieben wie sie ist. Peony liebt Cinder und hält auch zu ihr wenn die Stiefmutter mal wieder Touren hat, was auch auf Gegenseitigkeit beruht. Cinder würde alles für Peony tun , wenn man bedenkt, was im Verlaufe des Buches noch so alles geschieht.

Charakteristisch ist Cinder genau das, was eine Heldin ausmacht, sie lässt sich nicht unterkriegen, steht für ihre Familie und Freunde ein, hat Humor und Sarkasmus an den richtigen Stellen und ist sich ihrer Situation bewusst und versucht in allem etwas gutes zu sehen und lässt sich ihre Hoffnung auf ein besseres Leben nicht nehmen. Bis auf den Tag, an dem sie Prinz Kai begegnet, denn genau an dieser Stelle beginnt Cinders Leben erst so richtig in fahrt zu kommen. (Hier muss ich aufpassen, dass ich nicht das ganze Buch vorweg nehme, sonst wird das hier eine endlos Rezension) Aber ich muss dennoch sagen, dass mir die Figuren in wie Monde so silber gut gefallen haben.

Kommen wir nun kurz zu Prinz Kai. Kai ist nicht wie in so manch anderer Geschichte der strahlende Held auf dem weißen Pferd. Er hat in seinem jungen Leben einige Sorgen und Verpflichtungen die man als zukünftiger Regent nun so eben hat, sieht aber genau wie Cinder in allem das Gute, oder versucht es zumindest - und versucht ebenso die Hoffnung aufrechtzuerhalten, besonders wenn man die Situation auf der Erde betrachtet.

Ich fand die Idee, die Marissa Meyer da hatte und die sich in den Folgebänden wie ein roter Faden weiter zieht und spinnt, sehr genial. Es war mal etwas anderes. Zwar ist die Storyline recht nah am Märchen gehalten doch auf eine ganz eigene Art und Weise wiedergegeben. Hier vermischen sich Märchen- mit Dystopischen Elemente die ihre ganz eigene Geschichte erzählen, aber doch irgendwie vertraut sind. Cyborgs, Droiden und Lunarier spielen eine wichtige Rolle und sind neben den Erdenbewohnern Teile dieser Welt. Auch wenn Cyborgs und Droiden eine geringere Stellung einnehmen. Hier trifft sozusagen Zukunft auf Vergangenes.

Der Schreibstil von Marissa Meyer war sehr schön. Einmal festgelesen und schon konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Die Seiten flogen nur so dahin und ich war überrascht, wie schnell eigentlich das Buch vorüber war. Locker und leicht lässt sich die Geschichte verfolgen. Es gab keine Ablenkung von überflüssigen Erklärungen oder zähen Passagen die die Leselust gedämpft haben und man konnte richtig miterleben wie es Cinder bei ihrer Reise erging. Manchmal ist es mir eiskalt über den Rücken gelaufen, vor allem lag es bestimmt an der Königin von Luna Lavana. Ich kann sie einfach nicht ausstehen und ich glaube, dass das nicht nur mir so ergeht. Schon erschreckend, wie sie es schafft die Menschen zu manipulieren und sie Dinge tun lassen kann wie es ihr gerade beliebt. Also, mit ihr hat Meyer eine wirklich boshafte Königin geschaffen, die auch wirklich überzeugen kann und man wirklich hoffe, das sie ihre gereichte Strafe erhält.

Marissa Meyer weiß wie sie die Leser bei Laune halten kann und schafft es auch. Keine aufdringliche Liebesgeschichte, Spannung und Wendungen, mit denen man nun nicht so gerechnet hat. Sie hat Charakter geschaffen, die ihre Höhen und Tiefen erleben, nicht übermenschlich wirken und auch ihre Probleme mit sich herumschleppen und diese versuchen zu lösen. Ich bin wirklich begeistert, wie sie es hinbekommen hat, eine solche Vielzahl an Figuren zu schaffen und sie mit verschiedenen Eigenarten auszustatten. Bei wie Monde so silber kam nun wirklich keine Langeweile auf. Ich bin jedenfalls immer noch verwundert wie schnell ich dieses Buch gelesen habe. Sowas passiert mir recht selten und ich war froh, dass ich mir den zweiten Band im Anschluss noch gekauft habe. Für mich eines der Lesehighlights 2015.

Die Luna Chroniken sind sehr zu empfehlen, nicht nur wenn man auf Dystopie steht, sondern auch für Märchenliebhaber eine willkommene Abwechslung. Vorausgesetzt, man ist bereit sich alle Bände zu kaufen, denn es wird noch spannender und das Abenteuer für Cinder nimmt erst ihren Lauf.


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