Donnerstag, 15. Februar 2018

BOOK REVIEW: DER LANGE WEG ZU EINEM KLEINEN ZORNIGEN PLANETEN

Donnerstag, 15. Februar 2018· ·
Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten ist kein typisches Science-Fiction Buch. Trotzdem gibt ein Schema das auch dieses mehr oder weniger verfolgt: Eine Crew, ein Schiff und eine Mission. Trotzdem nicht ganz so wie man es sich zu Beginnt ausmalt. Denn selbst die Crew-Mitglieder könnten kaum verschiedener sein. So gesehen ist von fast jeder Spezies jemand vertreten. Ich ging also ohne große Erwartungen an dieses Buch heran und habe mich zum Schluss sehr gewundert, wie schnell ich die 540 Seiten durchgelesen hatte. Backy Chamber lässt den Leser an einer aufreibenden Reise zu einem weit entfernten Randgebiet im Universum an der Seite einer vielfältigen Crew teilhaben, was sie erlebt und wie es letztlich ausgeht, sollte man sich nicht entgehen lassen. 

Ein interessanter Weltenbau, oder sollte man hier besser von einem Universumsbau sprechen, erwartet den Leser in diesem Buch. Auch die Storyline und die Geschichte der verschiedensten Spezies, ist äußerst interessant zu verfolgen. So trifft man an jedem Stopp den die Spacer machen, allerlei Figuren und Individuen, deren Geschichte und Lebensweisen erstaunlich und zugleich undenkbar sind. Mir haben eben diese sehr gefallen, wenn man dieser Vielfältigkeit begegnet, ist es geradezu erstaunlich, wie wenig wir eigentlich vom Universum wissen, was uns in den unendlichen Weiten erwartet und welche Wesen es gibt. Becky Chambers versucht also dem Leser, diese näher zu bringen und zeigt auf, dass nicht nur wir Menschen menschlich sind und spezielle Charakterzüge besitzen, sondern auch die verschiedenen Spezies sehr große Ähnlichkeiten mit den Menschen haben, zugleich die vielen Kommunikationsarten, Familienverhältnisse, und Ansichten seine es Politische oder Religiöse, bekommt man hier zu Gesicht. 

Ein weiterer interessanter Aspekt, ist die Aufgabe der Crew um Ashby. Denn sie sind dafür zuständig, einzelne Welten miteinander zu verbinden um auch die kleinsten Kolonien zu erreichen. Mit Hilfe eines Tunnelerschiffs bohren sie Wurmlöcher. Nicht gerade die spannendste Mission, dennoch ungemein wichtig: Denn die GU (Galaktische Union) - ein Zusammenschluss der vielen verschiedenen  Spezies - möchte mit diesen Löchern den Weg zu einer Allianz ebnen, die um nicht gerade zu sagen, unter keinem guten Stern steht. 

Eine unglaublich wunderbare und gut strukturierte und bildhafte Welt, die fasziniert und dennoch zu Beginn ein klein wenig herausfordernd ist, denn man muss sich wirklich rein lesen um einiges nachvollziehen zu können. Mir hat sich erst zum Schluss der eigentliche Sinn des Tunnelns erschlossen, obwohl es geradezu einfach eigentlich ist, aber darüber kann ich hinwegsehen, denn es hat mir durchaus gut gefallen. Gleichwohl fiel mir doch ins Auge, dass Becky Chambers ihre Figuren keine deutliche Entwicklung durchlaufen lies und ich mir gewünscht hätte, es wäre mehr in dieser Hinsicht geschrieben und ausgeführt worden. Man kann nicht alles haben, ich weiß. Ein unglaubliches und spannungsgeladenes Buch, besonders gegen Ende hin und ich kann es für diejenigen empfehlen, die Science Fiction mögen.

Als die junge Marsianerin Rosemary Harper auf der Wayfarer anheuert, wird sie von äußerst gemischten Gefühlen heimgesucht – der ramponierte Raumkreuzer hat schon bessere Zeiten gesehen, und der Job scheint reine Routine: Wurmlöcher durchs Weltall zu bohren, um Verbindungswege zwischen weit entfernten Galaxien anzulegen, ist auf den ersten Blick alles andere als glamourös. Die Crewmitglieder, mit denen sie nun auf engstem Raum zusammenlebt, gehören den unterschiedlichsten galaktischen Spezies an. Da gibt es die Pilotin Sissix, ein freundliches und polyamoröses reptilienähnliches Wesen, den Mechaniker Jenks, der in die KI des Raumschiffs verliebt ist, und den weisen und gütigen Dr. Chef, der einer aussterbenden Spezies angehört. Doch dann nimmt Kapitän Ashby den ebenso profitablen wie riskanten Auftrag an, einen Raumtunnel zu einem weit entfernten Planeten anzulegen, auf dem die kriegerische Rasse der Toremi lebt. Für Rosemary verwandelt sich die Flucht vor der eigenen Vergangenheit in das größte Abenteuer ihres Lebens.
Titel: Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten
Reihe: Wayfarer
Erscheinen: 27. Oktober 2016
Autor: Backy Chambers
Seitenzahl: 544
ISBN: 9783596035687
Verlag: Fischer Tor Verlag
Verlagsseite
Rating: 8/10

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